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Erste von drei Goldenen Hochzeiten von Kürnacher „Feldgeschworenen 2011“
Goldene Hochzeit im Hause Vitus und Irmgard Heinrich
Am Dienstag den 10. Januar 1961 wurden Vitus Heinrich und Irmgard, geb. Heinrich von Pfarrer Erhard Martin in der Kürnacher Pfarrkriche getraut. Bis Anfang der 60er Jahre heirateten Landwirte stets an einem Dienstag, dem Hochzeitstag der Landwirte, wie es zu jener Zeit üblich war. Nun feierten sie mit ihren fünf Töchtern, 10 Enkelkindern, Freunden und Verwandten auf den Tag genau ihren 50. Hochzeitstag. Vitus Heinrich, der vergangenes Jahr seinen 80. Geburtstag feiern durfte, ist Landwirt und seit 41 Jahren aktiver Feldgeschworener in Kürnach. Vitus und Irmgard Heinrich sind das erste von drei Feldgeschworenen-Ehepaaren, die 2011 ihre Goldene Hochzeit in Kürnach feiern dürfen. Zudem dürfen zwei weitere Feldgeschworene dieses Jahr ihr 50-jähriges Ehejubiläum feiern: Adolf und Rita Konrad sowie Hugo und Rita Heinrich. Darüber hinaus feiern allein im Januar in Kürnach Edmund und Apollonia Heinrich (17.1), Arthur und Rosa Heinrich (24.1) sowie Burkard und Roswitha Scheller (31.1.) Goldene Hochzeit.
Bildunterschrift:
1. Bürgermeister Thomas Eberth (links) und MdL Manfred Ländner (rechts) gratulierten Irmgard und Vitus Heinrich zur Goldenen Hochzeit.
Feldgeschworenentag 2010 der Vereinigung Würzburg
rechts des Mains in Kürnach
Samstag, 22. Mai 2010

Die Kürnacher Siebener mit Bürgermeister. (v.l.) Obmann Reinhard Heinrich, Hugo Heinrich, Vitus Heinrich, Adolf Konrad, 1. Bürgermeister Thomas Eberth, Alfons Heinrich, Matthias Heinrich und Josef Strauß vor dem Wald Geißbühl an den Kürnachquellen.

Ausstellung für die Kürnacher Grundschüler und Kindergärten
Kürnacher
Gemarkungsgrenze erkundet
(07.06.2008)
Viele Kinder, ein schöner Lauf und einige Neulinge
Bei traumhaftem Wanderwetter hatten sich zahlreiche Kürnacherinnen und
Kürnacher zum Grenzgang eingefunden. Es ist gute Tradition, dass die
Feldgeschworenen (Siebener oder Steinsetzer) zusammen mit Bürgermeister,
interessierten Bewohnern und Kindern die Gemarkungsgrenze abschreiten und
die Grenzsteine kontrollieren. Diesmal waren die Beteiligten an der westlichen
Grenze unterwegs. 1. Bürgermeister Thomas Eberth und Siebener-Obmann
Reinhard Heinrich erläuterten dabei die alten Traditionen und Flurnamen.
Natürlich gab es auf halber Wegstrecke eine Stärkung. An den Dreimärkern,
also den Steinen, an denen sich drei benachbarte Gemeindefluren treffen, wurde
erklärt, wie die Siebener mit Sprühdosen die Steine markieren, um
so den Grenzverlauf auf der Oberseite des Steines zu kennzeichnen. In alter
Zeit wurden an diesen Punkten auch die neu mitgekommenen Grenzgänger
„gestaucht“, um ihnen mit einem leicht schmerzhaften Platznehmen
mit Nachhilfe diesen Ort über ihr Hinterteil in Erinnerung zu erhalten.
Dies ist inzwischen zwar nicht mehr üblich, trotzdem wurden natürlich
Kürnachs neuer Bürgermeister Thomas Eberth und die neuen Gemeinderätinnen
von Kürnach gestaucht. Abschließender Höhepunkt für die
Teilnehmer war die verdiente Brotzeit, die die Gemeinde mit den Jagdpächtern
an der Jagdhütte spendierten. „Es war Heimatkunde, Geschichte,
Wandertag und Waldbegegnung sowohl für die Erwachsenen, als auch für
die Kinder. Eine schöne Tradition, die allen ein Stück Heimat und
damit Identität vermittelt“, berichtete Bürgermeister Eberth
über diesen Grenzgang.
1. Bürgermeister Thomas Eberth wird von den Siebenern gestaucht. Von
links die Siebener Matthias Heinrich, Obmann Reinhard Heinrich, Adolf Konrad,
Alfons Heinrich, Vitus Heinrich (hinten).
– – –
Eine
Pieta und Antonius von Padua wieder aufgerichtet
Die Kopie eines der ältesten Kürnacher Bildstöcke aus dem Jahr
1724 wurde Mitte Oktober des vergangenen Jahres von einem PKW spektakulär
gerammt und zerbrochen. Dabei hatte der Fahrer noch Glück im Unglück.
Die beiden Birken neben dem Bildstock hätten dem Wagen wohl mehr Widerstand
geboten. Ob der Heilige Antonius geholfen hat? Gut zu wissen, dass das Original
des Bildstocks im überdachten Ölberghäuschen neben der Pfarrkirche
steht. Er wurde 1724 von einer der damals wohlhabenden Bauernfamilien Johannes
Stier und seiner ehelichen Hausfrau gestiftet, die 1742 und 1744 nach Österreich
(Wien) und Ungarn auswanderten. Nach dem verheerenden Brand Kürnachs
von 1721 verließen seit 1726 zahlreiche Familien ihr Heimatdorf Kürnach.
Nun hat die Gemeinde den Bildstock an der alten B19 und am Beginn des Weges
nach Rimpar von der Firma Fuchs, Eisingen, renovieren und wieder aufstellen
lassen. Der Bildstock steht entlang eines von fünf Bildstockwanderwegen,
die durch die Gemarkung Kürnachs führen.
Die Inschrift „ GOTT ZU EHREN UND DER SCHMERZHAFTEN MUTTER • DH (des Heiligen) JOHANNES • DH ANTONII V(on) BATUA • HAT DER BAPT JOHANNES STIR UND SEI ELIGE (ehelige) H(aus) FRAW DIESEN STOCK HIEHER SETZEN LASEN ANNO 1724“ wird in den kommenden Wochen eingraviert.

1. Bürgermeister Thomas Eberth (2.v.l.) und 2. Bürgermeisterin Sieglinde Bayerl freuten sich gemeinsam mit den Gemeindearbeitern Valerij Zagoruijko (links) und Werner Schmalzgruber (2.v.rechts) über den renovierten und wieder neu aufgerichteten Bildstock an der alten B19 und am Beginn des Weges nach Rimpar.
Aus der Kürnacher Ortschronik von Christine Demel, 2004

Die Feldgeschworenen oder Siebener von Volkach leisten vor dem Schultheiß
und Bürgermeister ihren Eid.
Aus: Fränkisches Alltagsleben um 1500, Kramer, Karl-S.
Die Feldgeschworenen,
Siebener oder
„Steinsetzer“ Kürnachs
Kürnachs Feldgeschworene oder „Steinsetzer“, wie sie zur
Zeit des Fürstbischofs Julius Echter genannt wurden, können ihre
Tradition nunmehr 423 Jahre zurückverfolgen. In der „Dorffsordnung“
für Kürnach von 1581 nimmt die „Steinsetzerordnung“
einen großen Teil des Inhalts ein. Nur in Franken und Nordschwaben hat
sich diese Einrichtung des deutschen Rechts seit Urgedenken ungebrochen erhalten.
Die Kürnacher Steinsetzerordnung zeigt, wie wichtig damals das Amt der
Feldgeschworenen war. 1
Sie durften nicht durch Los bestimmt werden, sondern wurden durch des Fürstbischofs
Beamte, Amtskeller oder Vögte auf Lebenszeit angenommen, wenn sie „eines
ehrlichen, unverleumdeten Herkommens,
guten Verstandes und ehrbarlichen Wesens und Lebens“ und „im Feld
und Markung erfahren“ waren. In einer rein bäuerlichen, vom heutigen
Wohlstand weit entfernten Gemeinschaft wurden auch die kleinsten Übergriffe
in fremdes Eigentum, sei es durch Überbauen, Überzäunen, Erden
schlagen (Pflügen) oder durch Schäden, die Dienstboten oder die
das große oder kleine Vieh verursacht hatten, gerügt und bestraft.
Zweimal im Jahr mussten die Feldgeschworenen mit dem Schultheiß zusammenkommen,
um die strafbaren Sachen anzuzeigen, damit dieser die Schuld eintreiben und
verrechnen konnte. Diese Feldrügen wurden an zweien der vier Kürnacher
Hochgerichtstage verhandelt. Auch die Versteinung der „gemainen Landstraßen
und Pfädt“ gehörte zu ihren Aufgaben sowie die „Jährliche
Besichtigung der Markung“ durch „etliche des Gerichts, und aus
der Gemeindt, in Beisein etlicher junger Knaben“. Man wollte mit diesem
Markungsumgang zukünftigen Streit und Irrungen vermeiden. Der Eid, den
die Feldgeschworenen bei ihrer Amtseinführung zu leisten hatten, war
umfangreich:
Die Güter, die sie zu schätzen hatten, sollten sie „niemandt
Zulieb noch Zu Laidt, weder um Freundschafft noch Feindschafft, Miet, Gab
oder Geschenk, dem Armen als dem Reichen und dem Reichen als dem Armen“
werten und vor ihrem Gewissen verantworten. Alles aber, was sie während
der Zeit ihres Amtes erfahren hatten, mussten sie „getreulich verschweigen,
niemand nichts sagen noch eröffnen, sondern alles mit mir in mein Grüben
(Grab) bringen … Alß helff mir Gott und die Heiligen.“
Die Feldgeschworenen Würzburg rechts des Mains schlossen sich am 13.
Dez. 1903 im Wittelsbacher Hof in Würzburg zur „Feldgeschworenenvereinigung
Würzburg r.d. Mains“ zusammen, um alljährlich, wie es in den
übrigen Bezirksämtern schon Brauch war, einen Jahrtag in den einzelnen
Gemeinden abzuhalten.
Der 1. Vorsitzende wurde der Veitshöchheimer Bürgermeister Georg
Josef Müller, der erste Jahrtag 1904 fand in Rimpar statt.
Nach Kürnach kamen die Feldgeschworenen zum erstenmal 1911, danach 1950,
1969 und 1990. Diese Jahrtage waren Feste für das Dorf. Die Gasthäuser
hatten Hochbetrieb für das „Morgenmahl“ der Feldgeschworenen,
jedesmal fand ein Gottesdienst statt, Ehrengäste waren im geschmückten
Dorf. Nach dem Mittagessen begann die Arbeitstagung und am Abend gab es ein
Tanzvergnügen für die Jugend.
Drei kurze Protokolle dieser Jahrtage sind zugleich ein lebhaftes Bild der
jeweiligen Dorfgemeinschaft mit ihrer Obrigkeit: Bürgermeister, Pfarrer,
Obmann der Siebener, Schulleitung, Ehrendamen, Feuerwehr und Musikkapelle
wirkten nach Kräften mit, um den Jahrtag der Feldgeschworenen zum Erfolg
zu verhelfen.
Der erste Jahrtag dieser Vereinigung in Kürnach fand am 8. Mai 1911 statt.
2 Leider gibt es von dieser Tagung kein Protokoll und keine Erinnerung mehr.
Jahrtag 1950
Obmann der Kürnacher Siebener war Georg Josef Wolf, Landwirt und Rechner
der Raiffeisenkasse. Das Fest fiel auf einen Montag und begann mit einem Frühschoppen
in den drei Gastwirtschaften, wobei Bratwürste mit Kraut und Brot gegessen
wurden.
Pfarrer Georg Schuhmann hielt den Gottesdienst, Wilhelm Christ aus Unterdürrbach
begrüßte als Obmann der Feldgeschworenenvereinigung die Gäste
auf dem Kirchplatz – ebenso Rudolf Füller als Bürgermeister
von Kürnach .
Die Kürnacher Blaskapelle unter Leitung von Ägid Schneider und Schulkinder
mit Hauptlehrer Karl Lorz trugen mit Musik, Gedichten und Liedern zum
Programm bei. Die Ehrungen fanden im Saal des
Gasthauses zum Schwan statt. Am Abend gab es dort ein Tanzvergnügen.
Jahrtag am 5. Mai 1969
Das Dorf war mit jungen Fichten aus dem Gramschatzer Wald geschmückt,
die Gottfried Leppich, Ernst Heinrich und Gottfried Falger beim Forstamt Rimpar
besorgt hatten. Wieder begann der Tag mit einem Frühstück in den
Gasthäusern, danach ging man in festlichem Zug zur Kirche, wo Pfarrer
Erhard Martin den Gottesdienst zelebrierte.
Kreisobmann Keidel begrüßte auf dem Kirchplatz Landrat Dr. Wilhelm
und die Gäste. Bürgermeister Josef Schneider freute sich, dass wieder
eine Siebenertagung in Kürnach stattfinden konnte. Obmann der Kürnacher
Siebener war Josef Dülk, Schulleiter war Karl Otter.
Es gab einen Umzug durch das Dorf mit der Musikkapelle unter Felix Konrad,
Schulkindern und den Ehrendamen Irma und Gabriele Leppich, Anita Schrauth,
Brigitte Dülk, Maria Jäcklein und Margot Fischer.
Diesmal fand die Tagung im Bruder-Klaus-Heim statt.
Ab 18 Uhr gab es traditionsgemäß Tanz im Saal des Bruder-Klaus-Heimes.
3
Siebener 1979
Von links: Josef Schrauth, Philipp Heinrich, Eugen Heinrich, Vitus Heinrich,
Ernst Heinrich, Obmann Josef Dülk, Gottfried Leppich.
Foto: © Demel

Nach einem Grenzgang mit dem Jagdpächter Anton Emmerling, Eugen Heinrich,
Schulleiterin Christine Demel, Vitus Heinrich, Ernst Heinrich, Philipp Heinrich,
Hugo Heinrich, Rita Konrad, Gottfried Leppich, Bürgermeister Otto Habermann
und Hermann Greb, 1987. Foto: © Demel

Jahrtag am 19. Mai 1990
Diesmal begann die Tagung zwar wieder mit dem Frühschoppen in den Gaststätten,
aber Kürnachs
Siebener mit ihrem Obmann Josef Dülk waren stolz, nach dem Festgottesdienst
mit Pfarrer Josef Kraft,
den Begrüßungen durch den Obmann Erwin
Schneider/Prosselsheim, Kürnachs Bürgermeister Otto Habermann und
der Ansprache von Landrat
Dr. Georg Schreier zur neuen Höllberghalle mit dem Jugendblasorchester
Kürnachtal ziehen zu können. Auch das Mittagsmahl nahmen die Gäste
dort
ein.
Während der Arbeitstagung stellte der 1. Vorsitzende Erwin Schneider
die von ihm herausgegebene
Chronik der Feldgeschworenen, „85 Jahre Feldgeschworenenvereinigung
rechts des Mains“ vor, in dem auch in einem Kapitel über die Geschichte
Kürnachs und seine Steinsetzerordnung von 1581 berichtet wird (Eugen
Heinrich und Christine Demel). 4

Feldgeschworenentag 1990 in Kürnach.
Die Feldgeschworenen
Ernst Heinrich, Philipp Heinrich, Eugen Heinrich, Josef Dülk, Gottfried
Leppich, Hugo Heinrich und Vitus Heinrich mit den Ehrendamen und dem Ehrenschild
der Siebener.
Den 100. Geburtstag
ihrer Vereinigung können die Feldgeschworenen im Mai 2004 in Lengfeld
unter ihrem Obmann Klaus Wild/Unterpleichfeld, und Stellvertreter Reinhard
Heinrich/Kürnach feiern.
Zwei Strophen des Gedichts der Schulkinder 1990
…
Neun Ehramädli wunnerschöa
hot Körni aufgebout’n
Sie höm si fest nei’n Zeuch geläigt
wöll’n Euch verwöhn nach Nout’n.
D’r Pfarr’ hält Euch a schönna Kerch,
D’r Bürchermester dann
zaicht stolz die neua HölIbergshaall-
die Musik zeucht voran.
Die Ehragäst, die Feuerwehr,
die Kinner vo d’r Schoul:
Sie alla wolln nur blouß des ein:
Für Euch an halla Toug!
Des Siebneramt, a große Ehr,
es bleit Euch, bis Ihr sterbt.
Und alsamol, wenns mögli is,
wird’s auf den Sohn vererbt.
Viel hunnert Johr geit’s scho des Amt,
doch nur bei uns in Franken.
A uralts Racht, un gor nit schlacht!
Heit is a Toug zum danken!
Christine Demel
Ins absolut Kürnacherische gebracht von
Reinhard Heinrich
Feldgeschworene heute
Die Arbeit der Feldgeschworenen wurde zuletzt im Abmarkungsgesetz von 1981
festgelegt. Der Gesetzgeber fand Wege, dieser bewährten und erhaltenswerten
Einrichtung der Siebenergemeinschaften neue Impulse zu geben.
Für die Beamten des Vermessungsamtes Würzburg sind die Ortskenntnisse
der Feldgeschworenen eine große Hilfe. Überprüfung, Sicherung
und Auswechslung von beschädigten Grenzzeichen (Steinen) gehört
noch immer zu ihrem Aufgabenbereich. In Kürnach haben sie ca. 11100 Grenzpunkte
zu betreuen.
Mithilfe bei Abmarkungen neuer Baugebiete und
bei Flurbereinigungen gehört ebenfalls zu ihren
Aufgaben.

Die Kürnacher Feldgeschworenen 2004 am „Michelsmarterla“
in der Nähe der Heiligen Wiesen. Besitzer: Rita Heinrich, Frau von Philipp
Heinrich †, 2004.
Von links: Hugo Heinrich, Josef Strauß, Matthias Heinrich, Adolf Konrad,
Alfons Heinrich, Vitus Heinrich und Obmann Reinhard Heinrich.
Kontrollgang
Einmal jährlich veranstalten sie nach der Saat im Frühling einen
Kontrollgang, bei dem sie ein Drittel der Marksteine besichtigen. So brauchen
sie drei Jahre, um alle Grenzzeichen zu kontrollieren und gegebenenfalls zu
ersetzen.
Aber sie „rügen“ nicht mehr die Einwohner wegen kleiner Übergriffe
und schlagen keine „Stoffen“ mehr, falls ein Landwirt unwesentlich
überackert hat. Es folgt keine Anzeige mehr beim Bürgermeister.
5
Grenzgang
Der jährliche Grenzgang im Sommer ist ein Fest: Er führt jeweils
nur um die Hälfte der 17,5 km langen Kürnacher Markungsgrenze und
endet seit einer
Reihe von Jahren an der Jagdhütte im Hartwald, bei schlechtem Wetter
im Bauhof der Gemeinde, die wie seit altersher alle Teilnehmer zu einer Brotzeit
einlädt. Bürgermeister, Gemeinderäte, Schulleitung, Alt- und
Neubürger und etliche Kinder und Jugendliche
nehmen daran teil.
Grenzsteine
Der älteste Grenzstein Kürnachs stammt aus dem Jahr 1407. Mehrere
große Grenzsteine wurden 1686 an den Grenzen nach Euerfeld, Rothof (Rottendorf)
und Estenfeld gesetzt. Reinhard Heinrich, Obmann der Feldgeschworenen, hat
eine kleine Sammlung von Grenzsteinen in seinem Garten zusammengetragen, die
gelegentlich an Ausstellungen gezeigt werden.
Weitere Grenzsteine befinden sich vor dem Kreuz am Fuchs. Grenzsteine, wenn
sie noch an ihrem ursprünglichen Platz stehen, erzählen von den
Besitzverhältnissen vergangener Epochen. Sie wurden im Bereich Kürnach
durch die Flurbereinigung entfernt, künden aber noch immer von Klöstern
und Bischöfen, die hier einst die Lehensherren waren.

Grenzstein mit dem Malteserkreuz des Johanniter-Ordens, der in Kürnach einen Hof besaß: Hof von Anton Heinrich, Bergstr. 9.

Grenzstein von den Äckern der Aschaffenburger Stiftsherren, die seit 1279 Besitz in Kürnach hatten.
Wappen-Stein

für drei Herren: Dom-kap. Präsenzamt, Juliusspital und Würzburger
Bürgerspital. Dieser Wappen-Stein stand einst an einem Acker des Kürnacher
Weipertshofes (Bergstraße Kamm, Fleischer, bis ehem. Gasthaus Heinrich).
Der Hof kam nach dem Ende der Ritter von Grumbach zu Estenfeld an die Hochfürstliche
Würzburger Kammer und 1667 an das Dom-Kapitel und damit an das Domkapitulische
Präsenzamt.
Das Wappen in der Mitte mit dem P für Präsenzamt zeigt dies an.
Im oberen Teil der fränkische Rechen.
1757 hatte aber auch das Hochfürstliche Julier Spital HF•J•S
und das Würzburger Bürgerspital W•B•S Abgaben an Korn
von diesem Hof. 6
Flurnamen
Feldgeschworene hüten auch die alten Namen der
Fluren, die uns in sehr alte Zeiten zurückversetzen.
(Eigenes Kapitel)
1 Die ausführliche Steinsetzerordnung ist im Anhang nachzulesen.
2 Erwin Schneider, 85 Jahre Feldgeschworenenvereinigung Würzburg rechts
des Mains, 1989 S. 19
3 Protokollbuch der Feldgeschworenen Kürnach
4 Ebenda
5 Freundliche Auskünfte von Obmann Reinhard Heinrich
6 StAW, Rentamt Würzburg r.d.M. Nr. 29, Güldt- Zins- und Lehenbuch
eines hochwürdigen Dom-Capitels zu Würzburg