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Erste von drei Goldenen Hochzeiten von Kürnacher „Feldgeschworenen 2011“

Goldene Hochzeit im Hause Vitus und Irmgard Heinrich

 

Am Dienstag den 10. Januar 1961 wurden Vitus Heinrich und Irmgard, geb. Heinrich von Pfarrer Erhard Martin in der Kürnacher Pfarrkriche getraut. Bis Anfang der 60er Jahre heirateten Landwirte stets an einem Dienstag, dem Hochzeitstag der Landwirte, wie es zu jener Zeit üblich war. Nun feierten sie mit ihren fünf Töchtern, 10 Enkelkindern, Freunden und Verwandten auf den Tag genau ihren 50. Hochzeitstag. Vitus Heinrich, der vergangenes Jahr seinen 80. Geburtstag feiern durfte, ist Landwirt und seit 41 Jahren aktiver Feldgeschworener in Kürnach. Vitus und Irmgard Heinrich sind das erste von drei Feldgeschworenen-Ehepaaren, die 2011 ihre Goldene Hochzeit in Kürnach feiern dürfen. Zudem dürfen zwei weitere Feldgeschworene dieses Jahr ihr 50-jähriges Ehejubiläum feiern: Adolf und Rita Konrad sowie Hugo und Rita Heinrich. Darüber hinaus feiern allein im Januar in Kürnach Edmund und Apollonia Heinrich (17.1), Arthur und Rosa Heinrich (24.1) sowie Burkard und Roswitha Scheller (31.1.) Goldene Hochzeit.

Erste von drei Goldenen Hochzeiten von Kürnacher „Feldgeschworenen 2011“  Goldene Hochzeit im Hause Vitus und Irmgard Heinrich    Am Dienstag den 10. Januar 1961 wurden Vitus Heinrich und Irmgard, geb. Heinrich von Pfarrer Erhard Martin in der Kürnacher Pfarrkriche getraut. Bis Anfang der 60er Jahre heirateten Landwirte stets an einem Dienstag, dem Hochzeitstag der Landwirte, wie es zu jener Zeit üblich war. Nun feierten sie mit ihren fünf Töchtern, 10 Enkelkindern, Freunden und Verwandten auf den Tag genau ihren 50. Hochzeitstag. Vitus Heinrich, der vergangenes Jahr seinen 80. Geburtstag feiern durfte, ist Landwirt und seit 41 Jahren aktiver Feldgeschworener in Kürnach. Vitus und Irmgard Heinrich sind das erste von drei Feldgeschworenen-Ehepaaren, die 2011 ihre Goldene Hochzeit in Kürnach feiern dürfen. Zudem dürfen zwei weitere Feldgeschworene dieses Jahr ihr 50-jähriges Ehejubiläum feiern: Adolf und Rita Konrad sowie Hugo und Rita Heinrich. Darüber hinaus feiern allein im Januar in Kürnach Edmund und Apollonia Heinrich (17.1), Arthur und Rosa Heinrich (24.1) sowie Burkard und Roswitha Scheller (31.1.) Goldene Hochzeit.     Bildunterschrift:  1. Bürgermeister Thomas Eberth (links) und MdL Manfred Ländner (rechts) gratulierten Irmgard und Vitus Heinrich zur Goldenen Hochzeit. 

Bildunterschrift:

1. Bürgermeister Thomas Eberth (links) und MdL Manfred Ländner (rechts) gratulierten Irmgard und Vitus Heinrich zur Goldenen Hochzeit.

 

Feldgeschworenentag 2010 der Vereinigung Würzburg
rechts des Mains in
Kürnach
Samstag, 22. Mai 2010

Ehrenbürgerin Christine Demel (2.v.l.) übergab an Kürnachs Siebener Obmann (links), 1. Bürgermeister Thomas Eberth (3.v.l.) und Verwaltungsangestellte Kornelia Zötzl (rechts) die 52-seitige Festschrift für den Feldgeschworenentag 2010 recht des Mains.

Ehrenbürgerin Christine Demel (2.v.l.) übergab an Kürnachs Siebener Obmann (links), 1. Bürgermeister Thomas Eberth (3.v.l.) und Verwaltungsangestellte Kornelia Zötzl (rechts) die 52-seitige Festschrift für den Feldgeschworenentag 2010 recht des Mains.

 

Kürnachs Siebener erwarten ihre Gäste Kürnach (Mad) Kürnachs „Siebener“ mit ihrem Obmann Reinhard Heinrich, Bürgermeister Eberth und die Gemeinde erwarten an diesem Samstag nach 20 Jahren, zum fünften mal in 100 Jahren, alle Feldgeschworenen rechts des Mains aus 37 Gemeinden mit ihrem 1. Vorsitzenden Klaus Wild  und viele Ehrengäste zum großen Feldgeschworenentag. Vor dem Fest wurde bereits die 52-seitige Festschrift an alle Haushalte Kürnachs verteilt, die Kürnachs Geschichte in Kurzform enthält sowie die Kürnacher „Steinsetzer-Ordnung“ von 1581, die Geschichte der Siebener von Kürnach, die sher zahlreichen Flurnamen und die Geschichte eines uralten Gerichtsplatzes auf dem Wachtelberg, auf dem bis 1380 das 17. Würzburger Zentgericht für die zehn umliegenden Orte Kürnachs tagte. Am Samstag steht ein großes Programm an: Frühschoppen in der Höllberghalle, großer Festzug zur Pfarrkirche St. Michael, Festgottesdienst mit Dekan Joachim Bayer, Feierlichkeiten auf dem Kirchberg, Festzug durchs Dorf zurück zur Höllberghalle, dort Essen und Tagung. Die Höllberghalle hat der „Arbeitskreis Geschichte“ mit den Siebenern zu einem wahren Museum alter landwirtschaftlicher Arbeitsweisen wie das „Heu machen“ und das schlachten verwandelt. Zu sehen ist ein großer alter Heuwagen, der in wochenlanger Arbeit restauriert wurde, ein alter Kleebock, Arbeitsgeräte, großformatige Bilder aus dem landwirtschaftlichen Leben Kürnach’s der 30er und 40er Jahre des letzten Jahrhunderts, uralte Grenzsteine und die Arbeit der Siebener. Den Schul- und Kindergartenkindern steht die Ausstellung schon vor dem Fest offen. Am Sonntag ist die Ausstellung für die Bevölkerung bei Kaffee und Kuchen ab 13.00 Uhr geöffnet. Eintritt frei. Mehr Infos unter: www.bildstockwanderwege.de Festzugverlauf 9.30 Uhr: Von der Höllberghalle über „Am Trieb“, „Bergstraße“ zum Kirchberg in die Kirche. Festzugverlauf 11.45 Uhr: Zurück zur Höllberghalle über „Kirchberg“, „Prosselsheimer Straße“, „Hauptstraße“, „Brückentorstraße“ und „Am Trieb“.   Bildunterschrift: Die Kürnacher Siebener mit Bürgermeister. (v.l.) Obmann Reinhard Heinrich,  Hugo Heinrich, Vitus Heinrich, Adolf Konrad, 1. Bürgermeister Thomas Eberth,  Alfons Heinrich, Matthias Heinrich und Josef Strauß vor dem Wald Geißbühl  an den Kürnachquellen. Die Kürnacher Siebener mit Bürgermeister. (v.l.) Obmann Reinhard Heinrich, Hugo Heinrich, Vitus Heinrich, Adolf Konrad, 1. Bürgermeister Thomas Eberth, Alfons Heinrich, Matthias Heinrich und Josef Strauß vor dem Wald Geißbühl an den Kürnachquellen.

 

Kürnachs Siebener erwarten ihre Gäste

Kürnachs „Siebener“ mit ihrem Obmann Reinhard Heinrich, Bürgermeister Eberth und die Gemeinde erwarten an diesem Samstag nach 20 Jahren, zum fünften mal in 100 Jahren, alle Feldgeschworenen rechts des Mains aus 37 Gemeinden mit ihrem 1. Vorsitzenden Klaus Wild

und viele Ehrengäste zum großen Feldgeschworenentag. Vor dem Fest wurde bereits die 52-seitige Festschrift an alle Haushalte Kürnachs verteilt, die Kürnachs Geschichte in Kurzform enthält sowie die Kürnacher „Steinsetzer-Ordnung“ von 1581, die Geschichte der Siebener von Kürnach, die sher zahlreichen Flurnamen und die Geschichte eines uralten Gerichtsplatzes auf dem Wachtelberg, auf dem bis 1380 das 17. Würzburger Zentgericht für die zehn umliegenden Orte Kürnachs tagte.

Am Samstag steht ein großes Programm an: Frühschoppen in der Höllberghalle, großer Festzug zur Pfarrkirche St. Michael, Festgottesdienst mit Dekan Joachim Bayer, Feierlichkeiten auf dem Kirchberg, Festzug durchs Dorf zurück zur Höllberghalle, dort Essen und Tagung. Die Höllberghalle hat der „Arbeitskreis Geschichte“ mit den Siebenern zu einem wahren Museum alter landwirtschaftlicher Arbeitsweisen wie das „Heu machen“ und das schlachten verwandelt. Zu sehen ist ein großer alter Heuwagen, der in wochenlanger Arbeit restauriert wurde, ein alter Kleebock, Arbeitsgeräte, großformatige Bilder aus dem landwirtschaftlichen Leben Kürnach’s der 30er und 40er Jahre des letzten Jahrhunderts, uralte Grenzsteine und die Arbeit der Siebener. Den Schul- und Kindergartenkindern steht die Ausstellung schon vor dem Fest offen. Am Sonntag ist die Ausstellung für die Bevölkerung bei Kaffee und Kuchen ab 13.00 Uhr geöffnet.

 

 

Sechs Siebener wurden für insgesamt 225 Jahre Wirken für die Feldgeschworenen geehrt: (v.l.) Kürnachs Siebenerobmann Reinhard Heinrich und Kreisobmann Klaus Wild, Ullrich Fackler vom Vermessungsamt Würzburg (4.v.l.), MdL Manfred Ländner (6.v.l.) und Landrat Eberhard Nuß (3.v.r.) ehrten verdiente Feldgeschworene rechts des Mains: Albin Völker (3.v.l., Burggrumbach für 40 Jahre), Klaus-Peter Sauer (5.v.l., Unterpleichfeld für 40 Jahre), Waldemar Gumpert (7.v.l., Rottendorf für 40 Jahre), Gerhard König (8.v.l., Püssensheim, für 25 Jahre), Robert Lutz (2.v.r., Thüngersheim, für 40 Jahre) und Vitus Heinrich (ganz rechts, Kürnach,für 40 Jahre).

 

Klaus Wild Feldgeschworenenkreisobmann rechts des Mains im Amt bestätigt

Anlässlich des großen Feldgeschworenentages rechts des Mains in der voll besetzten Höllberghalle in Kürnach fanden Neuwahlen statt. Kreisobmann Klaus Wild wurde in seinem Amt bestätigt, ebenso wie Kürnachs Obmann Reinhard Heinrich als sein Stellvertreter. Weiterhin wurden gewählt: Manfred Wunderling aus Burggrumbach als Kassier und Otmar Heil aus Mühlhausen als Schriftführer. Beisitzer wurden Johannes Römert aus Gadheim und Richard Wohlfahrt aus Heidingsfeld. Urban Kauppert aus Gadheim und Erich Freudenberger aus Güntersleben wurden als Kassenprüfer bestätigt.

 

Kreisobmann Klaus Wild (links) brachte als Gastgeschenk eine Sitzbank mit die am neuen Radweg aufgestellt wird. Zusammen mit Kürnachs Siebenerobmann Reinhard Heinrich (2.v.l.), 1.Bürgermeister Thomas Eberth (3.v.l.) und Kürnachs MdL Manfred Ländner (rechts) sitzte er schon einmal Probe.

Kreisobmann Klaus Wild (links) brachte als Gastgeschenk eine Sitzbank mit die am neuen Radweg aufgestellt wird. Zusammen mit Kürnachs Siebenerobmann Reinhard Heinrich (2.v.l.), 1.Bürgermeister Thomas Eberth (3.v.l.) und Kürnachs MdL Manfred Ländner (rechts) sitzte er schon einmal Probe.

 

Ausstellung für Schüler und Kindergärten

Ausstellung für die Kürnacher Grundschüler und Kindergärten

 

Bildergalerie des Feldgeschworenentag rechts des Mains in Kürnach 2010

Bildergalerie Samstag

Ausstellung Sonntag

Ausstellung am Sonntag

Kürnacher Gemarkungsgrenze erkundet (07.06.2008)

Viele Kinder, ein schöner Lauf und einige Neulinge

Bei traumhaftem Wanderwetter hatten sich zahlreiche Kürnacherinnen und Kürnacher zum Grenzgang eingefunden. Es ist gute Tradition, dass die Feldgeschworenen (Siebener oder Steinsetzer) zusammen mit Bürgermeister, interessierten Bewohnern und Kindern die Gemarkungsgrenze abschreiten und die Grenzsteine kontrollieren. Diesmal waren die Beteiligten an der westlichen Grenze unterwegs. 1. Bürgermeister Thomas Eberth und Siebener-Obmann Reinhard Heinrich erläuterten dabei die alten Traditionen und Flurnamen. Natürlich gab es auf halber Wegstrecke eine Stärkung. An den Dreimärkern, also den Steinen, an denen sich drei benachbarte Gemeindefluren treffen, wurde erklärt, wie die Siebener mit Sprühdosen die Steine markieren, um so den Grenzverlauf auf der Oberseite des Steines zu kennzeichnen. In alter Zeit wurden an diesen Punkten auch die neu mitgekommenen Grenzgänger „gestaucht“, um ihnen mit einem leicht schmerzhaften Platznehmen mit Nachhilfe diesen Ort über ihr Hinterteil in Erinnerung zu erhalten. Dies ist inzwischen zwar nicht mehr üblich, trotzdem wurden natürlich Kürnachs neuer Bürgermeister Thomas Eberth und die neuen Gemeinderätinnen von Kürnach gestaucht. Abschließender Höhepunkt für die Teilnehmer war die verdiente Brotzeit, die die Gemeinde mit den Jagdpächtern an der Jagdhütte spendierten. „Es war Heimatkunde, Geschichte, Wandertag und Waldbegegnung sowohl für die Erwachsenen, als auch für die Kinder. Eine schöne Tradition, die allen ein Stück Heimat und damit Identität vermittelt“, berichtete Bürgermeister Eberth über diesen Grenzgang.


1. Bürgermeister Thomas Eberth wird von den Siebenern gestaucht. Von links die Siebener Matthias Heinrich, Obmann Reinhard Heinrich, Adolf Konrad, Alfons Heinrich, Vitus Heinrich (hinten).

 

– – –

Eine Pieta und Antonius von Padua wieder aufgerichtet


Die Kopie eines der ältesten Kürnacher Bildstöcke aus dem Jahr 1724 wurde Mitte Oktober des vergangenen Jahres von einem PKW spektakulär gerammt und zerbrochen. Dabei hatte der Fahrer noch Glück im Unglück. Die beiden Birken neben dem Bildstock hätten dem Wagen wohl mehr Widerstand geboten. Ob der Heilige Antonius geholfen hat? Gut zu wissen, dass das Original des Bildstocks im überdachten Ölberghäuschen neben der Pfarrkirche steht. Er wurde 1724 von einer der damals wohlhabenden Bauernfamilien Johannes Stier und seiner ehelichen Hausfrau gestiftet, die 1742 und 1744 nach Österreich (Wien) und Ungarn auswanderten. Nach dem verheerenden Brand Kürnachs von 1721 verließen seit 1726 zahlreiche Familien ihr Heimatdorf Kürnach. Nun hat die Gemeinde den Bildstock an der alten B19 und am Beginn des Weges nach Rimpar von der Firma Fuchs, Eisingen, renovieren und wieder aufstellen lassen. Der Bildstock steht entlang eines von fünf Bildstockwanderwegen, die durch die Gemarkung Kürnachs führen.

Die Inschrift „ GOTT ZU EHREN UND DER SCHMERZHAFTEN MUTTER DH (des Heiligen) JOHANNES DH ANTONII V(on) BATUA HAT DER BAPT JOHANNES STIR UND SEI ELIGE (ehelige) H(aus) FRAW DIESEN STOCK HIEHER SETZEN LASEN ANNO 1724“ wird in den kommenden Wochen eingraviert.

1. Bürgermeister Thomas Eberth (2.v.l.) und 2. Bürgermeisterin Sieglinde Bayerl freuten sich gemeinsam mit den Gemeindearbeitern Valerij Zagoruijko (links) und Werner Schmalzgruber (2.v.rechts) über den renovierten und wieder neu aufgerichteten Bildstock an der alten B19 und am Beginn des Weges nach Rimpar.

 

 

Aus der Kürnacher Ortschronik von Christine Demel, 2004



Die Feldgeschworenen oder Siebener von Volkach leisten vor dem Schultheiß und Bürgermeister ihren Eid.
Aus: Fränkisches Alltagsleben um 1500, Kramer, Karl-S.


Die Feldgeschworenen,
Siebener oder
„Steinsetzer“ Kürnachs



Kürnachs Feldgeschworene oder „Steinsetzer“, wie sie zur Zeit des Fürstbischofs Julius Echter genannt wurden, können ihre Tradition nunmehr 423 Jahre zurückverfolgen. In der „Dorffsordnung“ für Kürnach von 1581 nimmt die „Steinsetzerordnung“ einen großen Teil des Inhalts ein. Nur in Franken und Nordschwaben hat sich diese Einrichtung des deutschen Rechts seit Urgedenken ungebrochen erhalten.
Die Kürnacher Steinsetzerordnung zeigt, wie wichtig damals das Amt der Feldgeschworenen war. 1

Sie durften nicht durch Los bestimmt werden, sondern wurden durch des Fürstbischofs Beamte, Amtskeller oder Vögte auf Lebenszeit angenommen, wenn sie „eines ehrlichen, unverleumdeten Herkommens,
guten Verstandes und ehrbarlichen Wesens und Lebens“ und „im Feld und Markung erfahren“ waren. In einer rein bäuerlichen, vom heutigen Wohlstand weit entfernten Gemeinschaft wurden auch die kleinsten Übergriffe in fremdes Eigentum, sei es durch Überbauen, Überzäunen, Erden schlagen (Pflügen) oder durch Schäden, die Dienstboten oder die das große oder kleine Vieh verursacht hatten, gerügt und bestraft.
Zweimal im Jahr mussten die Feldgeschworenen mit dem Schultheiß zusammenkommen, um die strafbaren Sachen anzuzeigen, damit dieser die Schuld eintreiben und verrechnen konnte. Diese Feldrügen wurden an zweien der vier Kürnacher Hochgerichtstage verhandelt. Auch die Versteinung der „gemainen Landstraßen und Pfädt“ gehörte zu ihren Aufgaben sowie die „Jährliche Besichtigung der Markung“ durch „etliche des Gerichts, und aus der Gemeindt, in Beisein etlicher junger Knaben“. Man wollte mit diesem Markungsumgang zukünftigen Streit und Irrungen vermeiden. Der Eid, den die Feldgeschworenen bei ihrer Amtseinführung zu leisten hatten, war umfangreich:
Die Güter, die sie zu schätzen hatten, sollten sie „niemandt Zulieb noch Zu Laidt, weder um Freundschafft noch Feindschafft, Miet, Gab oder Geschenk, dem Armen als dem Reichen und dem Reichen als dem Armen“ werten und vor ihrem Gewissen verantworten. Alles aber, was sie während der Zeit ihres Amtes erfahren hatten, mussten sie „getreulich verschweigen, niemand nichts sagen noch eröffnen, sondern alles mit mir in mein Grüben (Grab) bringen … Alß helff mir Gott und die Heiligen.“
Die Feldgeschworenen Würzburg rechts des Mains schlossen sich am 13. Dez. 1903 im Wittelsbacher Hof in Würzburg zur „Feldgeschworenenvereinigung Würzburg r.d. Mains“ zusammen, um alljährlich, wie es in den übrigen Bezirksämtern schon Brauch war, einen Jahrtag in den einzelnen Gemeinden abzuhalten.
Der 1. Vorsitzende wurde der Veitshöchheimer Bürgermeister Georg Josef Müller, der erste Jahrtag 1904 fand in Rimpar statt.
Nach Kürnach kamen die Feldgeschworenen zum erstenmal 1911, danach 1950, 1969 und 1990. Diese Jahrtage waren Feste für das Dorf. Die Gasthäuser
hatten Hochbetrieb für das „Morgenmahl“ der Feldgeschworenen, jedesmal fand ein Gottesdienst statt, Ehrengäste waren im geschmückten Dorf. Nach dem Mittagessen begann die Arbeitstagung und am Abend gab es ein Tanzvergnügen für die Jugend.
Drei kurze Protokolle dieser Jahrtage sind zugleich ein lebhaftes Bild der jeweiligen Dorfgemeinschaft mit ihrer Obrigkeit: Bürgermeister, Pfarrer, Obmann der Siebener, Schulleitung, Ehrendamen, Feuerwehr und Musikkapelle wirkten nach Kräften mit, um den Jahrtag der Feldgeschworenen zum Erfolg zu verhelfen.
Der erste Jahrtag dieser Vereinigung in Kürnach fand am 8. Mai 1911 statt. 2 Leider gibt es von dieser Tagung kein Protokoll und keine Erinnerung mehr.


Jahrtag 1950

Obmann der Kürnacher Siebener war Georg Josef Wolf, Landwirt und Rechner der Raiffeisenkasse. Das Fest fiel auf einen Montag und begann mit einem Frühschoppen in den drei Gastwirtschaften, wobei Bratwürste mit Kraut und Brot gegessen wurden.
Pfarrer Georg Schuhmann hielt den Gottesdienst, Wilhelm Christ aus Unterdürrbach begrüßte als Obmann der Feldgeschworenenvereinigung die Gäste auf dem Kirchplatz – ebenso Rudolf Füller als Bürgermeister von Kürnach .
Die Kürnacher Blaskapelle unter Leitung von Ägid Schneider und Schulkinder mit Hauptlehrer Karl Lorz trugen mit Musik, Gedichten und Liedern zum
Programm bei. Die Ehrungen fanden im Saal des
Gasthauses zum Schwan statt. Am Abend gab es dort ein Tanzvergnügen.


Jahrtag am 5. Mai 1969

Das Dorf war mit jungen Fichten aus dem Gramschatzer Wald geschmückt, die Gottfried Leppich, Ernst Heinrich und Gottfried Falger beim Forstamt Rimpar besorgt hatten. Wieder begann der Tag mit einem Frühstück in den Gasthäusern, danach ging man in festlichem Zug zur Kirche, wo Pfarrer Erhard Martin den Gottesdienst zelebrierte.
Kreisobmann Keidel begrüßte auf dem Kirchplatz Landrat Dr. Wilhelm und die Gäste. Bürgermeister Josef Schneider freute sich, dass wieder eine Siebenertagung in Kürnach stattfinden konnte. Obmann der Kürnacher Siebener war Josef Dülk, Schulleiter war Karl Otter.
Es gab einen Umzug durch das Dorf mit der Musikkapelle unter Felix Konrad, Schulkindern und den Ehrendamen Irma und Gabriele Leppich, Anita Schrauth, Brigitte Dülk, Maria Jäcklein und Margot Fischer.
Diesmal fand die Tagung im Bruder-Klaus-Heim statt.
Ab 18 Uhr gab es traditionsgemäß Tanz im Saal des Bruder-Klaus-Heimes. 3



Siebener 1979
Von links: Josef Schrauth, Philipp Heinrich, Eugen Heinrich, Vitus Heinrich, Ernst Heinrich, Obmann Josef Dülk, Gottfried Leppich.
Foto: © Demel

 


Nach einem Grenzgang mit dem Jagdpächter Anton Emmerling, Eugen Heinrich, Schulleiterin Christine Demel, Vitus Heinrich, Ernst Heinrich, Philipp Heinrich, Hugo Heinrich, Rita Konrad, Gottfried Leppich, Bürgermeister Otto Habermann und Hermann Greb, 1987. Foto: © Demel



Jahrtag am 19. Mai 1990

Diesmal begann die Tagung zwar wieder mit dem Frühschoppen in den Gaststätten, aber Kürnachs
Siebener mit ihrem Obmann Josef Dülk waren stolz, nach dem Festgottesdienst mit Pfarrer Josef Kraft,
den Begrüßungen durch den Obmann Erwin
Schneider/Prosselsheim, Kürnachs Bürgermeister Otto Habermann und der Ansprache von Landrat
Dr. Georg Schreier zur neuen Höllberghalle mit dem Jugendblasorchester Kürnachtal ziehen zu können. Auch das Mittagsmahl nahmen die Gäste dort
ein.
Während der Arbeitstagung stellte der 1. Vorsitzende Erwin Schneider die von ihm herausgegebene
Chronik der Feldgeschworenen, „85 Jahre Feldgeschworenenvereinigung rechts des Mains“ vor, in dem auch in einem Kapitel über die Geschichte Kürnachs und seine Steinsetzerordnung von 1581 berichtet wird (Eugen Heinrich und Christine Demel). 4



Feldgeschworenentag 1990 in Kürnach.
Die Feldgeschworenen
Ernst Heinrich, Philipp Heinrich, Eugen Heinrich, Josef Dülk, Gottfried Leppich, Hugo Heinrich und Vitus Heinrich mit den Ehrendamen und dem Ehrenschild der Siebener.


Den 100. Geburtstag

ihrer Vereinigung können die Feldgeschworenen im Mai 2004 in Lengfeld unter ihrem Obmann Klaus Wild/Unterpleichfeld, und Stellvertreter Reinhard Heinrich/Kürnach feiern.

Zwei Strophen des Gedichts der Schulkinder 1990

Neun Ehramädli wunnerschöa
hot Körni aufgebout’n
Sie höm si fest nei’n Zeuch geläigt
wöll’n Euch verwöhn nach Nout’n.
D’r Pfarr’ hält Euch a schönna Kerch,
D’r Bürchermester dann
zaicht stolz die neua HölIbergshaall-
die Musik zeucht voran.
Die Ehragäst, die Feuerwehr,
die Kinner vo d’r Schoul:
Sie alla wolln nur blouß des ein:
Für Euch an halla Toug!
Des Siebneramt, a große Ehr,
es bleit Euch, bis Ihr sterbt.
Und alsamol, wenns mögli is,
wird’s auf den Sohn vererbt.
Viel hunnert Johr geit’s scho des Amt,
doch nur bei uns in Franken.
A uralts Racht, un gor nit schlacht!
Heit is a Toug zum danken!
Christine Demel
Ins absolut Kürnacherische gebracht von
Reinhard Heinrich

 


Feldgeschworene heute

Die Arbeit der Feldgeschworenen wurde zuletzt im Abmarkungsgesetz von 1981 festgelegt. Der Gesetzgeber fand Wege, dieser bewährten und erhaltenswerten Einrichtung der Siebenergemeinschaften neue Impulse zu geben.
Für die Beamten des Vermessungsamtes Würzburg sind die Ortskenntnisse der Feldgeschworenen eine große Hilfe. Überprüfung, Sicherung und Auswechslung von beschädigten Grenzzeichen (Steinen) gehört noch immer zu ihrem Aufgabenbereich. In Kürnach haben sie ca. 11100 Grenzpunkte zu betreuen.
Mithilfe bei Abmarkungen neuer Baugebiete und
bei Flurbereinigungen gehört ebenfalls zu ihren
Aufgaben.



Die Kürnacher Feldgeschworenen 2004 am „Michelsmarterla“ in der Nähe der Heiligen Wiesen. Besitzer: Rita Heinrich, Frau von Philipp Heinrich †, 2004.
Von links: Hugo Heinrich, Josef Strauß, Matthias Heinrich, Adolf Konrad, Alfons Heinrich, Vitus Heinrich und Obmann Reinhard Heinrich.


Kontrollgang

Einmal jährlich veranstalten sie nach der Saat im Frühling einen Kontrollgang, bei dem sie ein Drittel der Marksteine besichtigen. So brauchen sie drei Jahre, um alle Grenzzeichen zu kontrollieren und gegebenenfalls zu ersetzen.
Aber sie „rügen“ nicht mehr die Einwohner wegen kleiner Übergriffe und schlagen keine „Stoffen“ mehr, falls ein Landwirt unwesentlich überackert hat. Es folgt keine Anzeige mehr beim Bürgermeister. 5


Grenzgang

Der jährliche Grenzgang im Sommer ist ein Fest: Er führt jeweils nur um die Hälfte der 17,5 km langen Kürnacher Markungsgrenze und endet seit einer
Reihe von Jahren an der Jagdhütte im Hartwald, bei schlechtem Wetter im Bauhof der Gemeinde, die wie seit altersher alle Teilnehmer zu einer Brotzeit einlädt. Bürgermeister, Gemeinderäte, Schulleitung, Alt- und Neubürger und etliche Kinder und Jugendliche
nehmen daran teil.


Grenzsteine

Der älteste Grenzstein Kürnachs stammt aus dem Jahr 1407. Mehrere große Grenzsteine wurden 1686 an den Grenzen nach Euerfeld, Rothof (Rottendorf) und Estenfeld gesetzt. Reinhard Heinrich, Obmann der Feldgeschworenen, hat eine kleine Sammlung von Grenzsteinen in seinem Garten zusammengetragen, die gelegentlich an Ausstellungen gezeigt werden.
Weitere Grenzsteine befinden sich vor dem Kreuz am Fuchs. Grenzsteine, wenn sie noch an ihrem ursprünglichen Platz stehen, erzählen von den Besitzverhältnissen vergangener Epochen. Sie wurden im Bereich Kürnach durch die Flurbereinigung entfernt, künden aber noch immer von Klöstern und Bischöfen, die hier einst die Lehensherren waren.

Grenzstein mit dem Malteserkreuz des Johanniter-Ordens, der in Kürnach einen Hof besaß: Hof von Anton Heinrich, Bergstr. 9.

Grenzstein von den Äckern der Aschaffenburger Stiftsherren, die seit 1279 Besitz in Kürnach hatten.


Wappen-Stein



für drei Herren: Dom-kap. Präsenzamt, Juliusspital und Würzburger Bürgerspital. Dieser Wappen-Stein stand einst an einem Acker des Kürnacher Weipertshofes (Bergstraße Kamm, Fleischer, bis ehem. Gasthaus Heinrich).
Der Hof kam nach dem Ende der Ritter von Grumbach zu Estenfeld an die Hochfürstliche Würzburger Kammer und 1667 an das Dom-Kapitel und damit an das Domkapitulische Präsenzamt.
Das Wappen in der Mitte mit dem P für Präsenzamt zeigt dies an. Im oberen Teil der fränkische Rechen.
1757 hatte aber auch das Hochfürstliche Julier Spital HF•J•S und das Würzburger Bürgerspital W•B•S Abgaben an Korn von diesem Hof. 6

Flurnamen

Feldgeschworene hüten auch die alten Namen der
Fluren, die uns in sehr alte Zeiten zurückversetzen.
(Eigenes Kapitel)


1 Die ausführliche Steinsetzerordnung ist im Anhang nachzulesen.
2 Erwin Schneider, 85 Jahre Feldgeschworenenvereinigung Würzburg rechts des Mains, 1989 S. 19
3 Protokollbuch der Feldgeschworenen Kürnach
4 Ebenda
5 Freundliche Auskünfte von Obmann Reinhard Heinrich
6 StAW, Rentamt Würzburg r.d.M. Nr. 29, Güldt- Zins- und Lehenbuch eines hochwürdigen Dom-Capitels zu Würzburg